Kopf+Herz=Klick

Was wir fühlen, bleibt.

NeuroKlick ist ein Designmodell für digitales Lernen. Es übersetzt sechs emotionale Hebel aus der Neurobiologie in konkrete Entscheidungen für E-Learnings, WBTs und Lernwelten. Damit aus Wissen ein Lernerlebnis wird, das hängen bleibt.

01Kopf

Was vom letzten E-Learning bleibt, ist oft weniger als gedacht.

Wir investieren viel in Inhalte, Fachlichkeit, Visualisierung, Animation und Wissensabfragen. Alles wichtig. Wir sagen Lernenden, warum etwas wichtig ist. Aber wir sorgen nicht immer dafür, dass es sich wichtig anfühlt.

Ist das neu?

Neuheit

Ist das wichtig?

Relevanz

Betrifft mich das?

Selbstbezug

Nur bedeutsame Informationen erhalten Aufmerksamkeit

Nicht Informationen konkurrieren. Aufmerksamkeit konkurriert.

Outlook & E-MailSmartphoneMicrosoft TeamsKünstliche IntelligenzMeetingsSocial Media… und dazwischen: dein E-Learning

Wissen ist der Anfang. Aber Wissen allein verändert noch kein Verhalten.

Was macht Wissen bedeutsam?

02Herz

Emotion macht aus Information persönliche Bedeutung.

Bevor wir etwas lernen, bewerten wir blitzschnell, oft bevor wir bewusst nachdenken: Ist das wichtig? Gefährlich? Interessant? Betrifft mich das? Emotionen entscheiden mit, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten.

Mythos

Emotionen haben beim Lernen nichts verloren.

Wahrheit

Emotionen beeinflussen, was wir beachten, verarbeiten und erinnern.

Daran erinnern wir uns gut

  • den ersten Arbeitstag
  • große Erfolge
  • peinliche Situationen
  • emotionale Geschichten

Daran eher nicht

  • Folie 37 aus dem Pflicht-E-Learning von 2023
  • …

Mit Emotion erkennt das Gehirn: Das war wichtig.

Was im Gehirn passiert: drei Wirkmechanismen

Elaboration

Verknüpfen

Neues Wissen wird mit vorhandenem Wissen und Erlebnissen verknüpft. Je tiefer die Verknüpfung, desto besser gelingt der Abruf.

Craik & Lockhart (1972)„Das kenne ich.“
Self-Reference-Effekt

Verbinden

Identifikation mit Situationen, Personen und Geschichten macht Inhalte persönlich bedeutsam. Inhalte, die wir auf uns selbst beziehen, werden nachweislich besser erinnert.

Rogers, Kuiper & Kirker (1977)„Das betrifft mich.“
Konsolidierung

Verankern

Emotionale Erlebnisse unterstützen die Gedächtniskonsolidierung. Bei emotionaler Erregung verstärkt die Amygdala die Speicherung im Hippocampus.

McGaugh (2004)„Das war wichtig!“
03Klick

Sechs emotionale Hebel für dein Lerndesign.

Neurobiologisch inspiriert, bewusst vereinfacht. Jeder Hebel steht für einen emotionalen Zustand, den du durch Lerndesign gezielt ansprechen kannst. Und jeden kennst du aus deinem Alltag.

Freude & Neugiergeben einen Grund dranzubleiben.
Erfolg & Verbundenheitmachen Lernen persönlich.
Spannung & Konsequenzenmachen Situationen relevant.
Die Dosis entscheidet

Wir wollen das Aufschrecken der Gazelle. Nicht den Dauerstress.

Eine Gazelle hört ein Geräusch, schreckt auf, die ganze Herde rennt. Zwei Minuten später grast sie wieder entspannt. Wir Menschen schalten oft nicht mehr ab. Moderat aktiviert, speichert das Gehirn besser. Zu viel Stress beeinträchtigt den Abruf, und auf Dauer macht er krank. Die Kurve ist ein bewusst vereinfachtes Modell, angelehnt an Yerkes und Dodson.

Kurz ernst werden, nicht dauerhaft Angst machen.

Umgekehrte U-Kurve: Lernleistung steigt mit moderater Aktivierung und fällt bei zu viel Stress Lernzone zu wenig: Langeweile zu viel: Blockade Aktivierung / Stress → Lernleistung →

Wie die Hebel einzuordnen sind

Bewusst vereinfacht

NeuroKlick stellt die neurobiologischen Grundlagen für das Lerndesign vereinfacht dar. Botenstoffe wirken im Gehirn immer im Zusammenspiel, und die Zuordnung ist ein Gestaltungsmodell, keine exakte Neurochemie.

Menschen sind verschieden

Die Hebel können wirken, aber nicht bei allen gleich. Vorwissen, Situation, Tagesform und Persönlichkeit entscheiden mit. Was die eine anspornt, etwa ein Timer, setzt den anderen unter Druck. Gutes Lerndesign bietet deshalb Spielraum und beobachtet, wie es ankommt.

Emotion braucht Bezug

Emotionale Elemente helfen, wenn sie zum Lerninhalt passen. Witzige oder spannende Details ohne Bezug zum Thema können dagegen ablenken. Die Frage ist also nie nur „Wie wird es emotional?“, sondern „Welche Emotion hilft bei genau diesem Lernziel?“

Erfahrung aus der Praxis

In den digitalen Lernformaten, die wir mit emotionalem Lerndesign umgesetzt haben, fallen die Rückmeldungen der Lernenden überwiegend positiver aus als bei klassisch gestalteten Formaten. Negative Effekte erleben wir selten. Das ist ein Erfahrungswert aus der Praxis, keine wissenschaftliche Studie.

Orientierungsmodell

Die Neuro-Design-Matrix

Aus emotionalen Hebeln werden konkrete Designentscheidungen. Die Matrix zeigt, welche Designidee welchen Hebel besonders anspricht. Tippe auf einen Hebel, um seine Spalte hervorzuheben.

stark aktivierend kann aktivieren weniger aktivierend
Vom Lernziel zum LernerlebnisWas sollen die Lernenden wissen?Was sollen die Lernenden erleben?
  1. LernzielWas soll gelernt werden?
  2. Emotionaler HebelWelcher Hebel passt?
  3. DesignideeWelches Format ist das richtige?
  4. InteraktionWas tun die Lernenden?
  5. EmotionWie soll es sich anfühlen?
  6. LernerlebnisWas bleibt hängen?
Zum Ausprobieren

Probier es selbst: drei Missionen für den Einstieg.

Am besten versteht man emotionales Lerndesign, wenn man es selbst ausprobiert. Die drei Missionen stammen aus dem Workshop-Teil des Forums. Jede bringt ein Thema, Lernziele und drei emotionale Hebel mit. Deine Aufgabe: Mach aus dem Thema ein Lernerlebnis.

3 Missionen zur Auswahl3 Hebel pro Missionca. 30 Minuten, allein oder im Team
Gruppenplakat Frühling: Neugier, Aufbruch, Entdecken
Mission Frühling

Die neue Berufsunfähigkeits­versicherung

Neugier · Aufbruch · Entdecken. Aus einer klassischen Produktschulung wird eine Beratung, die Menschen Perspektiven eröffnet.

DopaminSerotoninEndorphine
Gruppenplakat Sommer: Energie, Mut, Handeln
Mission Sommer

Cyberangriff im Innendienst

Energie · Mut · Handeln. Phishing erkennen, richtig reagieren, das Unternehmen schützen. Du entscheidest, was als Nächstes passiert.

AdrenalinDopaminCortisol
Gruppenplakat Herbst: Tiefe, Reflexion, Verbinden
Mission Herbst

Die neue Fehlerkultur im Unternehmen

Tiefe · Reflexion · Verbinden. Fehler sind keine Sackgassen, sondern Lernchancen. Offen, konstruktiv, gemeinsam besser.

CortisolOxytocinSerotonin
Zur Orientierung

Der Neuro-Canvas

Der Canvas kann helfen, die eigenen Gedanken zu sortieren. Er ist kein Prozess, den du Feld für Feld durchlaufen musst. Nutze die Fragen, die dich weiterbringen, und lass den Rest weg.

Mögliche Fragen

  • Vor welcher Herausforderung stehen die Lernenden?
  • Was sollen sie am Ende können?
  • Wie soll es sich anfühlen?
  • Welche Hebel setze ich ein?
  • Welcher rote Faden trägt?
  • Wo ist der Wow-Moment?
  • Wie kommt es im Alltag an?

DIN A4 quer, zum Ausdrucken oder digitalen Ausfüllen.

Abschluss & Reflexion

Nimm dir einen Moment.

Aha-Moment

Was hat dich überrascht?

Transfer

Welche Idee nimmst du mit?

Perspektivwechsel

Was verändert sich, wenn wir emotional gestalten?

Emotion ist kein Selbstzweck. Sie ist ein Gestaltungsmittel.

Kopf

liefert Wissen. Es ist der Ausgangspunkt jedes Lernprozesses.

Herz

gibt Bedeutung. Emotionen beeinflussen, was wir beachten, verarbeiten und erinnern.

Klick

macht daraus ein Lernerlebnis. Wir übersetzen Emotion bewusst in Design.

Porträt von Michael Herget
Kopf und Herz, seit 2005.
Über mich

Hallo, ich bin Michael.

Seit 2005 gestalte ich digitales Lernen. Und fast genauso lange beschäftigt mich die Frage, warum manche Inhalte hängen bleiben und andere nicht.

Neun Jahre lang habe ich in E-Learning-Agenturen gearbeitet, in ganz unterschiedlichen Rollen und Funktionen. Dort habe ich gelernt, wie viel zwischen einem guten Konzept und einem guten Lernerlebnis liegt.

Seit 2017 bin ich bei der R+V. Als Gruppenleiter Produktion in der Abteilung Training & Entwicklung Vertrieb verantworte ich dort mit meinem zehnköpfigen Team drei Themen: E-Learning, das Learning Management System (LMS) und die Weiterbildungsverpflichtung nach IDD, mit Fokus auf den Außendienst. Es geht also um Lernen, das zwischen Kundenterminen, Zielen und vollen Kalendern funktionieren muss.

NeuroKlick ist aus genau dieser Praxis entstanden: als Versuch, Emotion im Lerndesign nicht dem Zufall zu überlassen, sondern bewusst zu gestalten.

2005Einstieg ins E-Learning
9 Jahrein E-Learning-Agenturen
seit 2017bei der R+V
10Menschen in meinem Team
eLearning AWARD 2025 · Storytelling, Schwerpunkt Vertriebstraining

Die R+V-Lernwelt: eine fiktive Welt für emotionales Storytelling

Darauf bin ich besonders stolz. Mit der Lernwelt haben wir gezeigt, wie viel Geschichten und Emotionen im Vertriebstraining bewirken. Über 80 % der Teilnehmenden fanden die Inhalte praxisnah und verständlich, über 90 % würden sie weiterempfehlen.

Zum Beitrag im eLearning Journal

Lass uns vernetzen. Du arbeitest selbst an Lernformaten, hast NeuroKlick ausprobiert oder siehst manches ganz anders? Ich freue mich über Austausch, Fragen und auch Widerspruch.

Kontakt

Lass uns austauschen.

Fragen zum Konzept, eigene Erfahrungen mit emotionalem Lerndesign oder Feedback zu den Missionen? Schreib mir über das Formular oder vernetze dich mit mir auf LinkedIn.

Michael Herget auf LinkedIn